Gothaer Turnverein 1860 e.V.

Rechenschaftsbericht des Vorstands des Fördervereins des Gothaer Turnverein 1860 e.V. am 21.11.2017

Alle zwei Jahre finden satzungsgemäß die Wahlen zum Vorstand des Fördervereins statt. Alle zwei Jahre haben die Eltern der minderjährigen Turnerinnen und Turner die Möglichkeit, ihre Interessenvertreter zu wählen, um ggf. auf das aktuelle Vereinsgeschehen einzuwirken, es mitzugestalten aber auch zu hinterfragen. Mit dem Aufnahmeantrag des Kindes treten sie gleichzeitig dem Förderverein bei, um über Spendenbeiträge ein umfassendes und qualitätsgerechtes Training zu finanzieren.

Das alles sollte Motivation sein, im Förderverein mitzumachen. Die Realität sieht allerdings etwas anders aus. Zwar gelingt es uns immer wieder einmal neue engagierte Eltern zu „rekrutieren“ aber die meisten Vorstandsmitglieder sind nicht nur schon Jahre dabei sondern haben zwischenzeitlich erwachsene Töchter und Söhne, die mitunter nicht einmal mehr im Turnverein sind.

Daraus leitet sich eine der Hauptaufgaben für die nächste Zeit ab. Wir müssen nicht Mitglieder gewinnen (die haben wir automatisch) sondern Vorstandsmitglieder aufbauen. In der vergangenen Legislaturperiode haben sich zwar einige Funktionen geändert oder neu aufgestellt, uns fehlt es aber im Hinblick auf die teilweise Mehrbelastung im Turn- und Förderverein noch an Breite. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir in der Gesamtfunktion beider Vereine noch mehr administrative Unterstützung in der Führung verkraften könnten.

Um aber noch zum vorherigen Punkt zurückzukehren: Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Turnvereins vor kurzem die sogenannten Strategiegespräche wieder aufleben lassen. Hier hat dankenswerter Weise der Förderverein auch gewisse Mitspracherechte. Das ist umso wichtiger, als dass wir es sind, der unsere Trainerin angestellt hat. Die Eltern können über eine Teilnahme an den Veranstaltungen des Fördervereins unmittelbar am Vereinsgeschehen teilnehmen, ohne sich gleich als Funktionäre in den Turnhallen wiederzufinden.

In einem der letzten Strategiegespräche wurde auch beschlossen die Eltern unmittelbar mehr mitzunehmen. Das heißt z.B. ein für sie nachvollziehbares Trainingskonzept zu erstellen und so die Transparenz des sportlichen Trainings zu erhöhen. Uns ist auch bewusst, welche umfangreiche Aufgabe das darstellt aber der Förderverein hat hier seine Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung erklärt. Das bietet uns ja auch viele Chancen in der Abstimmung des gesamten Trainingsbetriebes, der Leistungsförderung, der sozialen Kompetenz und der Weiterentwicklung des Vereinslebens insgesamt. Hier appelliere ich nicht nur an die Eltern sondern auch an die Vereinsführung des Turnvereins, Ressourcen nicht ungenutzt zu lassen und das miteinander Verbindende in den Vordergrund zustellen.

Hauptschwerpunkt unserer Trainerin ist und bleibt die Organisation und Umsetzung der Trainings für zurzeit über 200 Kinder sowie die Vorbereitung und die Sicherstellung der Wettkämpfe. Jeder der z.B. an einem Mittwoch Nachmittag einmal in der Turnhalle das Training beobachtet weiß, das so etwas nur mit hohen Einsatzwillen und Durchhaltevermögen zu erledigen ist. Ohne die zahlreichen Übungsleiter, die sich ebenfalls in ihrer Freizeit anderen Kindern und deren sportlicher Weiterentwicklung widmen, würde das zwar auch die Trainerin allein nicht schaffen. Jedoch kann die von Birgit Bonsack vorgenommene Basisarbeit nicht hoch genug bewertet werden.

Ich sage das vor allem deshalb, weil es in der Vergangenheit verstärkten Klärungsbedarf zu Trainingsinhalten, Trainingszeiten und Einzelförderungen gab. Der Vorstand des Fördervereins stellt sich hier ausdrücklich hinter ein Breitensportkonzept, was alle mitnimmt und dort wo es geboten ist leistungsfördernd trainiert wird. Allerdings treffen die sportlichen  Entscheidungen die Trainer und Übungsleiter der jeweiligen Kinder und nicht die Eltern. Über deren Mitwirkungsmöglichkeiten habe ich bereits gesprochen.

Nun zur Arbeit des Vorstandes, was war in den letzten beiden Jahren los… Der Förderverein stellt sich finanziell als sehr gesund dar, was auch die Jahresabschlüsse der Vorjahre beweisen. Die Beitragskassierung läuft dank unserer Abteilung Finanzen reibungslos und auf Grund der hohen Kinderanzahl auch mit den entsprechenden Einnahmen. So ist die finanzielle Absicherung des Trainingsbetriebes gegeben. Durch verschiedene Nebeneinnahmen verfügen wir auch über einen gewissen Spielraum, der sich z.B. in der Übernahme der Kosten des Busses für die Teilnahme am Internationalen Turn- und Sportfest bemerkbar machte.

Um hier noch einmal das Verbindende zu betonen, um diese Konstellation zahlenmäßig starker Vereine (Turn- und Förderverein) beneiden uns viele, weil es ermöglicht weitestgehend unabhängig von permanenten Geldzuwendungen des Staates eine ansprechende und nachhaltige Vereinsarbeit zu ermöglichen.

Hauptereignis war in diesem Jahr zweifelsohne die Teilnahmen am bereits angesprochenen Internationalen Turn und Sportfest Anfang Juni in Berlin. Mit einer Delegation von 30 Athletinnen und Athleten vertraten wir unseren Verein in verschiedenen Wettkämpfen. Der Förderverein organisierte dafür den kompletten Rahmen. Jetzt müssen wir die positive Energie, die von einem solchen Großereignis ausgeht in den Verein hereintragen, damit sich auch zukünftige Jugendliche auf so etwas freuen. Gemeinsame Aktivitäten fördern die Freundschaften im Verein und motivieren zum Verbleib. Deshalb unternimmt der Förderverein auch große Anstrengungen außerhalb der Turnhalle.

Wir haben natürlich erkannt, dass wir in bestimmten Altersgruppen, vor allem im Jugendalter Sportlerinnen und Sportler verlieren aber das hat über Jahrzehnte viele verschiedene Gründe, die wir gemeinsam mit dem Turnverein permanent analysieren müssen. Diese können wir jedoch nicht ausschließen, sondern dem nur entgegen wirken. Das sollte aber weniger mit Einzelaktionen sondern mit einer gewissen Strategie vorgenommen werden.

Weitere Höhepunkte die vom Förderverein aus organisiert werden sind dass seit 17 Jahren durchgeführte Zeltlager und der neu hinzu gekommenen Wandertag. Gerade diese beiden Veranstaltung als Auftakt und als Abschluss des Trainingsjahres müssen noch weiter gestärkt werden. Sie haben einen hohen Spaßfaktor für die Kinder und für Jugendlichen. Für diese beiden Vereinsereignisse müssen wir vor allem innerhalb der Turnhalle noch mehr Werbung machen. Das sind solche Beispiele für eine Erhöhung der Vereinsbindung, die nicht nur die Kinder sondern auch die Eltern anspricht. Darüber können wir zukünftige Mitgestalter im Verein gewinnen. Denn auch im Erwachsenenbereich entstehen so Freundschaften. Und so scheuen wir uns auch nicht vor fast-nicht-geschlafenen Nächten oder durchgängiger Dauerbereitschaft.

Ein weiterer Punkt für den nachhaltigen Einfluss des Fördervereins ist das regelmäßige Erscheinen der Vereinszeitschrift Purzelbaum. Schon routinemäßig trifft sich ab September eines jeden Jahres die Redaktion und erarbeitet gemeinsam mit dem Turnverein die Jahreschronik. Sehr wichtig dabei ist eine kostenneutrale Herstellung, die über das teilweise mühevolle Einsammeln von Anzeigen weitestgehend erfolgreich funktioniert. Dabei ist aber der Kontakt zu Firmen und Adressen sehr wichtig. Diese müssen gepflegt werden und wenn möglich auch gewisse Erfolge spüren können. Und hier bin ich ebenfalls bei einem wichtigen Thema angekommen, welches noch sehr oft auch von uns als Funktionäre vernachlässigt wird.

Wir erklären teilweise den Firmen, welche bei uns Anzeigen schalten, die Vorteile, die eine solche mit sich bringt, sind aber auf der anderen Seite nicht bereit, bei Inanspruchnahmen solcher Leistungen als erstes über diese Anbieter nachzudenken. Über Beispiele können wir danach noch gern diskutieren. Hier können wir noch viel mehr erreichen, ohne uns gleich die Trainingskleidung mit allen Firmenlogos bedrucken zu lassen. Auch ist das Schalten von Anzeigen kein Sponsoring, um es noch einmal klarzustellen. Anzeigen sind Gegenleistung für Geld, Sponsoring ist Geld ohne konkrete Gegenleistung.

Der Turnverein selbst verfügt über keinen nennenswerten Sponsor wie in früheren Jahren, als die Firma Hochberg regelmäßig Geldmittel zum Weihnachtsturnen übergeben hatte. Das hat verschiedene Gründe, die wir auch gern im Nachhinein besprechen können. Aber auch hier sollten wir ausgehend von unseren jetzigen Möglichkeiten nicht in Aktionismus verfallen, sondern eher prüfen, ob der bisherige Weg weiter gegangen werden kann, indem eher kleinere Spenden eingesammelt werden. Aber vielleicht gibt es hier noch Ideen.

Einen sehr großen Schritt nach vorn haben wir im elektronischen medialen Auftritt erzielt. Unsere Homepage kann sich sehen lassen, ist immer aktuell und dank des hohen Engagements des Administrators auch gern besucht. Wir müssen aber alle unterstützend mitwirken, damit die Beiträge darauf erscheinen, veraltete Dokumente ausgetauscht werden und auch aktuelle Ereignisse und Personen dargestellt werden (wie z.B. nach dieser Versammlung der aktuelle Fördervereinsvorstand). Wenn es jetzt noch geschafft wird, unser Facebook Account damit zu korrespondieren zu lassen, hätten wir eine runde Sache im Zusammenspiel von kurzen Ereignissen, Terminbekanntgaben, kurzen persönlichen Eindrücken auf der einen Seite und grundsätzliche Darstellung, Dokumenten  und Strategien auf der anderen. Ich hatte es schon erwähnt, dass alles in einer Hand sein sollte.

Reserven in der Außendarstellung gibt es aber auch noch. Ich konnte dieses Jahr auch wieder feststellen, dass die Anzahl der Zeitungsartikel über unseren Verein stark zurückgegangen sind. Unser befreundeter Turnverein in Waltershausen ist da bedeutend rühriger. Hierzu können wir uns gern noch näher austauschen.

Zum Schluss möchte ich noch auf unsere regelmäßige Wettkampf- und Veranstaltungsbetreuung auch durch die Fördervereinsmitglieder hinweisen. Das Weihnachtsturnen und die Kreissportspiele wären ohne den Einsatz der fleißigen Helfer nicht mehr denkbar. Hier hat sich ein festes Team etabliert, welches gern zusammenarbeitet und sich auch ohne Probleme bei schönem Wetter das ganze Wochenende in der Turnhalle aufhält. Einmal davon abgesehen nutzen wir auch das inzwischen vorhandene Equipment zu allen möglich Veranstaltungen rund um den Turnverein.

 

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass alle Beteiligten sehr viel Zeit und Kraft in die Sache stecken. Nur so gelingt es und nachhaltig zu wirken und der nunmehr 157-jährigen Vereinsarbeit eine gute Zukunft zu geben.

 

Ich hatte hier schon einige Anregungen zur Diskussion genannt. Diese könne wir gern in der Wahlversammlung aufgreifen, sollten es aber nicht nur dabei belassen, sondern permanent nach Möglichkeiten suchen, den Verein voran zu bringen. Dem neu zu wählenden Vorstand wünsche ich dabei viel Erfolg, ein glückliches Händchen. Stellt die Gemeinschaft in den Vordergrund, nur so bleiben wir stark.